Midland

Midland

BIOGRAFIE

Midland ist ein DJ, Produzent und Plattenlabelinhaber aus London. Durch seine Produktionen, DJ-Sets und Plattenlabels wirkt Midlands Schaffen gleichermaßen bescheiden und überraschend, gleichzeitig subtil, raffiniert und absolut rauschhaft.

Midlands Produktionsstil hat sich von einer Platte zur nächsten geschickt weiterentwickelt. „Your Words Matter“, seine Zusammenarbeit mit Pearson Sound (damals Ramadanman), gab den Ton für seine langjährige Beziehung zu Aus Music an: Stripped-back, Garage-flavored House, der auch seine 2011er Single „Bring Joy“ auf More Music prägte. Bald darauf drehte er jedoch den Spieß um und schloss sich mit Pariah für eine abgewetzte Techno-EP zusammen, die Teil der Sheworks-Serie auf Karenns Label Works The Long Nights war. Diese düstere Wendung setzte sich auf seinem vielleicht bahnbrechenden Track „Trace“ fort, einer verzerrten After-Hour-Melodie, die aus den tiefsten Winkeln des Unterbewusstseins zu kommen schien.

Im Jahr 2013 startete er sein Label Graded mit der Doppel-A-Seite von „Archive 01“ und „Realtime“, die beide in jenem Jahr auf den Dancefloors der Welt zu wegweisenden Tracks wurden. Bald darauf folgte „Drumtrak“, ein wunderbar delirierender Schleicher von Platte. Auf der Double Feature EP, die aus zwei warmen House-Tracks mit Disco-Aromen besteht, hat er 2015 zum ersten Mal Bongos und klingende Streicher in seine Palette aufgenommen. Die EP wurde auf seinem neu gegründeten ReGraded-Imprint veröffentlicht, auf dem auch einer der heimlichsten Hits des Jahres, „Sanctified“ von Hubie Davison, erschienen ist. Midland hat im Laufe seiner Karriere auch an vielen Einzelprojekten gearbeitet, darunter Remixe für Künstler von Mano Le Tough bis Darkstar (auf Warp Records), „Before We Leave“ für die White-Label-Serie von Phonica sowie Beiträge für JD Twitch von Optimos Autonomous Africa-Label und als Teil von AKASE mit Robbie Redway, dessen Debütalbum „Grasepers“, das bei der Berliner Institution k7! erschien, eine ganz andere Seite seines Sounds zeigte. 2016 veröffentlichte er „Blush“ auf seinem Label Graded und „Final Credits“ auf ReGraded, das von Mixmag zum Song des Jahres 2016 gekürt wurde.

Für all diese Bemühungen hat er einen stetigen Strom von Auszeichnungen erhalten, aber es ist möglich, dass er seine größte Wirkung mit der anderen Seite seines Handwerks erzielt hat: Dem DJing. Mit seinem kaleidoskopischen Geschmack und einer Mixtechnik, die sowohl an seine britische Abstammung als auch an einen sanfteren europäischen Stil erinnert, hat er sich mit Sets profiliert, die sowohl stilvoll als auch absolut partytauglich sind. Spät in der Nacht und früh am Morgen, auf Bootspartys an der Adria oder auf der mit Teppich ausgelegten Tanzfläche bei Freerotation, über regelmäßige Slots in der Berliner „Panorama Bar“, im Pariser „Concrete“, beim Amsterdamer Dekmantel Festival, bei Glastonburys NYC Downlow und im Londoner Fabric oder bei einem seiner „all night long“-Sets hat er unzähligen Menschen unvergessliche Momente beschert.

Midlands Beiträge für Mix-Serien, von Resident Advisor über Beats in Space bis hin zu Dekmantel, sind zu Klassikern geworden, die sich herumgesprochen haben. Im Jahr 2016 gipfelte dies in seinem Beitrag für den Essential Mix von BBC Radio 1, der ihm den Titel „Essential Mix of the Year“ einbrachte und von Pete Tong als „ein echter zeitloser Klassiker von Anfang bis Ende“ beschrieben wurde. 2017 nahm er die Fabriclive 94 auf, die auf Platz eins der Mixmag-Top-Compilations des Jahres landete, sowie auf entsprechenden Listen von Pitchfork und dem Fact Magazine, die sagten: „In aller Stille und ohne viel Tamtam hat sich Midland zu einem der besten DJs der Welt entwickelt. Die Fabriclive 94 ist ein Beweis dafür, was ihn so großartig macht.“ 2018 war Midland in der Filmreihe Between The Beats von Resident Advisor zu sehen und 2019 wurde er als Mixmag-Coverstar für Februar angekündigt. Das Einzige, was man aus diesen Auszeichnungen mitnehmen kann, ist, dass Midland ein Mann ist, der sein Handwerk immer noch erforscht und verfeinert, und einer der Hauptgründe dafür, dass sich sein Aufstieg nie gezwungen oder künstlich angefühlt hat.

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